FIGU Studiengruppe USA

Inclination and the Relationship

ENGLISH TRANSLATION

Inclination

Zuneigung (Inclination) is a very beautiful word and its concept encompasses the significance of an embracing connectedness. Through Zuneigung (Inclination), human beings connect with one another, they incline towards one another in thought, feeling and fine-spiritual perception. In this form, a direction is expressed that is anchored in an enduring harmonious motion. In this context, it is up to the individual whether they want to remain in this motion and thus persist in their point of view or not. But where an inclination arises, a certain form of love also arises, which in turn signifies motion, because a human being’s perceptions or feelings set out on a journey towards another. Thus, feelings and fine-spiritual perceptions incline towards another human being according to their form of love. And in this motion, when two human beings incline towards each other, then they can find each other in their perceptions as well as in their thoughts and feelings, and indeed – somewhere in the middle or at the points of origin. And only when a real inclination has come about and a true motion has taken place is there the ability for a real encounter in connectedness, because it is only through Zuneigung (Inclination) that an understanding for the other human being comes into being, with one person setting out on the way to the other.

Eduard, 9 Years old

February 3rd 1946

Relationship

Life always offers surprises, both in and with human beings, in life and in nature. These surprises are ongoing and change from hour to hour, from day to day, from week to week, from month to month and from year to year. Over and over again, new things appear, others disappear, some are beautiful, good and loving, others are bad, ugly and hateful. In the process, humans become aware of many things, but much remains beyond recognition. Much he/she sees with his/her own eyes or perceives with his/her other senses, but other things remain hidden from him/her; and some things lift him/her up to the highest heights, while other things throw him/her down into abysmal depths. This is especially true in terms of relationships between human beings, because these are constantly changing. Many relationships are subject to becoming and passing away because they are built on impermanence, the end of which is pre-programmed. Other relationships, however, such as those that are good, profound, built on true love and connection and nurtured, are anchored in trust and deference, and their direction lies in their expansion and deepening, and thus in an aliveness that generates constant growth, love and harmony.

A true relationship in true love and connectedness is like a never-ending cornucopia and at the same time like an aegis, whereby the entire relationship, love and harmony, as well as peace, happiness and freedom, are protected. In every true relationship, each human being decides for himself/herself what should grow and be prosperous in it, what intimacy is given and how the intimate minutes and hours in togetherness are shaped. Although even the most intimate relationships can be attacked from the outside by the envious, the presence of vulnerability offers no chance for such negative or evil attempts at interference to flourish, as the real and true relationship can be maintained with lightness. Attacks from the outside through jealousy, hatred, feelings of revenge or disfavour, etc. work like rampant weeds that break through any soil, no matter how firm, with extreme force. However, if a true relationship in the form of love and deference is given, then no attack, no matter how malicious, is able to break through the protection of the relationship, and consequently no damage can be done.

A true relationship is also built on responsibility and the fulfilment of that responsibility, and it needs to be nurtured just like love itself, like peace, harmony and freedom. It must be constantly nourished by taking the necessary time to care for each other and to cultivate togetherness among human beings who are in a relationship. This also means that clarifying discussions must take place, as must entertaining and interest-nurturing conversations. Frustration and misunderstandings must be rectified and cleared up, although in the best true relationship, stormy differences of opinion are sometimes unavoidable, but this has nothing to do with strife, discord, friction, bickering, quarrelling, nagging, bickering, anger and rage or with hostility, tension, reproaches, grumpiness, slander or the like.

A relationship is constantly and inexorably changing, but to prevent it from simply passing by and becoming uninteresting over time, it must be constantly nurtured and kept alive. This means that new elements must be introduced into the relationship again and again and that it must be continuously developed in order to ensure its continued existence for all time.

Eduard, 9 years old

July 27th 1946

ORIGINAL GERMAN

Zuneigung

Zuneigung ist ein sehr schönes Wort und in seinem Begriff die Bedeutung einer umarmenden Verbundenheit. Durch Zuneigung verbindet sich ein Mensch mit einem andern, er neigt sich ihm gedanklich, gefühlsmässig und empfindsam entgegen und zu ihm hin. In dieser Form drückt sich eine Beziehung und Verknüpfung aus, die in einer andauernden harmonischen Bewegung ankert. Dabei ist es dem einzelnen Menschen freigestellt, ob er in dieser Bewegung verbleiben und also auf seinem Standpunkt verharren will oder nicht. Wo aber eine Zuneigung entsteht, da entsteht auch eine bestimmte Form der Liebe, die wiederum Bewegung bedeutet, weil sich Empfindungen oder Gefühle eines Menschen auf den Weg zu einem andern machen. So neigen sich Gefühle und Empfindungen je nach ihrer Art der Liebe einem andern Menschen zu. Und in dieser Bewegung, wenn sich zwei Menschen einander zuneigen, dann können sie sich sowohl in ihren Empfindungen wie auch in ihren Gedanken und Gefühlen finden, und zwar irgendwo in der Mitte oder an den Punkten des Ausgangs. Und erst wenn eine wirkliche Zuneigung zustande gekommen und eine wahre Bewegung stattgefunden hat, kann eine wirkliche Begegnung in Verbundenheit erfolgen, weil nur durch die Zuneigung ein Verstehen für den anderen Menschen entsteht, indem sich der eine auf den Weg zum andern hin aufmacht.

Eduard, 9 Jahre alt

3. Februar 1946

Beziehung

Das Leben bietet immer wieder Überraschungen, und zwar sowohl im und beim Menschen, im Leben und in der Natur. Diese Überraschungen sind laufend und ändern sich von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag, von Woche zu Woche, von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr. Immer und immer wieder tritt Neues in Erscheinung, anderes verschwindet, manches ist schön, gut und liebevoll, anderes schlecht, unschön und hassvoll. Vieles wird dem Menschen dabei bewusst, vieles aber erkennt er nicht. Vieles sieht er mit seinen Augen oder nimmt es mit seinen anderen Sinnen wahr, anderes jedoch bleibt ihm verborgen; und so manches erhebt ihn in höchste Höhen, während ihn anderes in abgründige Tiefen hinabwirft. Insbesondere in bezug auf die Beziehungen von Mensch zu Mensch ist dies so gegeben, denn diese verändern sich dauernd. Viele Beziehungen sind dabei dem Werden und Vergehen verfallen, weil sie in Unbeständigkeit aufgebaut sind, deren Ende vorprogrammiert ist. Andere und gute, tiefgründige und in wirklicher Liebe und Verbundenheit erbaute und gepflegte Beziehungen jedoch ankern in Vertrauen und Ehrfurcht, demgemäss ihre Veränderung in deren Erweiterung und Vertiefung liegt und damit in einer Lebendigkeit, die stetiges Wachstum, Liebe und Harmonie erzeugt.

Eine wahre Beziehung in wahrer Liebe und Verbundenheit ist für den Menschen wie ein sich nie erschöpfendes Füllhorn und zugleich wie eine Ägide, wodurch die ganze Beziehung, Liebe und Harmonie sowie auch der Frieden, das Glück und die Freiheit geschützt werden. In jeder wahren Beziehung entscheidet dabei jeder Mensch selbst, was in ihr wachsen und gedeihen soll, welche Vertrautheit gegeben wird und wie die innigen Minuten und Stunden im Miteinander gestaltet werden. Zwar können auch innigste Beziehungen von aussen durch Missgünstige angegriffen werden, doch besteht keine Chance der Verletzlichkeit, so zu wuchern versuchende negative oder böse Eingriffsversuche von aussen durch die wirkliche und wahrliche Beziehung mit Leichtigkeit behauptet werden können. Angriffe von aussen durch Eifersucht, Hass, Rachegefühle oder Missgunst usw. wirken wie wucherndes Unkraut, das äusserst kraftvoll jeden noch so harten Boden durchbricht, doch wenn eine wahre Beziehung in liebeverbundener Form und in Ehrfurcht gegeben ist, dann vermag keine noch so bösartige Attacke den Schutz der Beziehung zu durchbrechen, folglich kein Schaden angerichtet werden kann.

Eine wahre Beziehung ist auch auf Verantwortung und deren Erfüllung aufgebaut, und sie braucht ebenso Pflege wie die Liebe selbst, wie der Frieden, die Harmonie und die Freiheit. Sie muss ständig dadurch genährt werden, dass die notwendige Zeit für sie genommen und gepflegt wird, um das Füreinander und Miteinander unter den Menschen zu pflegen, die in einer Beziehung stehen. Das bedeutet auch, dass klärende Gespräche ebenso stattfinden müssen wie auch unterhaltsame und interessenpflegende Konversationen. Frust und Missverständnisse müssen behoben und ausgeräumt werden, wobei in der besten wahren Beziehung manchmal gewitterhafte Meinungsverschiedenheiten nicht vermeidbar sind, was jedoch in keiner Weise mit Streit, Misshelligkeit, Reiberei, Keilerei, Händel, Gekeife, Gezänke, Hader, Zorn und Wut oder mit Feindseligkeit, Spannung, Vorwürfen, Bärbeissigkeit, Stänkerei oder ähnlichem zu tun hat.

Eine Beziehung verändert sich laufend und unaufhaltsam, doch damit sie nicht einfach mit der Zeit vergeht und uninteressant wird, muss sie ständig gepflegt und lebendig gehalten werden. Das aber bedeutet, dass immer wieder Neues in die Beziehung eingebracht und diese laufend weiterentwickelt werden muss, um eine fortlaufende Beständigkeit zu erhalten.

Eduard, 9 Jahre alt

27. Juli 1946

This is an authorized translation of a FIGU publication. This translation contains errors due to the insurmountable language differences between German and English. The British-English language has been specifically elected by the Plejaren as being the most suitable English language variation for the translation of all German FIGU publications.